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Alfred Weber ArtikelAlfred Weber (* 30.07 1868 in Erfurt; † 2.05 1958 in Heidelberg), deutscher Soziologe und Nationalökonom, Bruder von Max Weber. Weber wurde bei der Bundespräsidentenwahl 1954 ohne seine Zustimmung von der KPD für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen.
Alfred Weber (c) Universität Heidelberg
Er gilt als einer der Begründer der Standorttheorien (1909) in der Volkswirtschaftslehre.
Weber reduziert in seinem deduktiven Modell die Standortfaktoren auf die Transportkosten, die Arbeitskosten und die Agglomerationswirkung und unterscheidet sie hinsichtlich:
- ihres Geltungsbereiches in:
- generelle Standortfaktoren (zum Beispiel Lohnniveau)
- spezielle Standortfaktoren (zum Beispiel Vorkommen bestimmter Bodenschätze)
- Agglomerativfaktoren (führen zu einer Konzentration von Unternehmen)
- Deglomerativfaktoren (führen zu einer Streuung von Unternehmen)
- Regionalfaktoren (begrenzen Unternehmen auf einen bestimmten geograpischen Bereiche)
- natürlich-technische Faktoren (zum Beispiel Bodenbeschaffenheit)
- gesellschaftlich-strukturelle Faktoren (zum Beispiel Freizeitgestaltungsmöglichkeiten)
Den optimalen Standort ermittelt Weber dann unter sukzessiver Einbeziehung der 3 Ausgangsfaktoren:
- Die Transportkosten berechnen sich aus dem Materialindex (Quotient des Gewichts der Rohstoffe und des fertigen Produktes), der Entfernung der Fundorte zu dem Produktionsort und zu dem Konsumort. Das bedeutet, dass der günstigste Produktionsort nicht ca. in optimaler Entfernung zu den Rohstoffen, sondern auch zu dem Konsumort gelegen ist.
- Die Arbeitskosten werden dann zu dem Faktor, wenn das Lohnniveau sich in der Region so unterscheidet, dass die Vorteile des optimalen Transportkostenpunktes durch die Einsparungen am optimalen Arbeitskostenpunkt aufgehoben werden. Dann lohnen sich die längeren Transportkosten durch die niedrigeren Lohnkosten.
- Unternehmen sind aber nicht ca. von Arbeit und Rohstoffen abhängig, sondern können auch durch andere Unternehmen in der Umgebung positiv oder negativ beeinflusst werden. Übersteigen die Vorteile durch die Nähe zu anderen Unternehmen die negativen Auswirkungen auf Transport und Lohnkosten, lohnt sich die Ansiedlung in dem Agglomerationsraum. Sollte aus der Nähe aber Nachteile (Konkurrenz und anderes) entstehen, kann das zu einer Wegverlagerung des Betriebes führen.
Aufgrund der ausschließlich kostenorientierten Betrachtungsweise, der reduzierten Grundannahmen und der nicht überschneidungsfreien Kategorisierung wird das Standortfaktorenmodell von Weber häufig kritisiert, gleichwohl wird es als ein Basismodell der Wirtschaftsgeografie auch heute noch als ein Erklärungsansatz für die räumliche Verteilung von Standorten von Industriebetrieben eingesetzt.
Tor Palander (1928), W. Isard (1956), Leon Moses (1958) und David M. Smith (1966) entwickelte darum das Standortfaktorenmodell weiter.
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